Doppelhaushalt beschlossen: Lünen bleibt finanziell unter Druck

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Lünen. Der Rat der Stadt Lünen hat am 19. März 2026 mehrheitlich die Haushaltssatzung für die Jahre 2026 und 2027 beschlossen. Damit ist die finanzielle Grundlage für die Arbeit der Verwaltung in den kommenden zwei Jahren geschaffen.

Die Zahlen verdeutlichen die weiterhin angespannte Lage: Im Jahr 2026 stehen Erträgen von rund 382,7 Millionen Euro Aufwendungen von etwa 435,5 Millionen Euro gegenüber. Für 2027 sind Erträge von rund 396,7 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 447,7 Millionen Euro eingeplant. Die daraus resultierenden Fehlbeträge sind erheblich.

Auch im Finanzplan zeigt sich das strukturelle Defizit: Die Auszahlungen übersteigen in beiden Jahren deutlich die Einzahlungen. Gleichzeitig investiert die Stadt weiter in Infrastruktur und zentrale Zukunftsprojekte. Für Investitionen sind Kreditaufnahmen von rund 13 Millionen Euro (2026) und 11,4 Millionen Euro (2027) vorgesehen. Der Rahmen für Liquiditätskredite bleibt mit bis zu 330 Millionen Euro hoch.

Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg macht deutlich, dass der Haushalt zwar Planungssicherheit schaffe, die Herausforderungen aber groß bleiben: „Wir investieren gezielt in die Zukunft unserer Stadt, müssen dabei aber jeden Euro sorgfältig einsetzen.“ Der Konsolidierungskurs sei alternativlos.

Das Haushaltssicherungskonzept bleibt dabei der zentrale Rahmen. Es sieht vor, den Haushaltsausgleich bis 2035 wieder zu erreichen.

Stadtkämmerer Dr. André Jethon beschreibt die Situation als „ernst – sehr ernst“, warnt jedoch vor reiner Krisenrhetorik. Entscheidend sei, handlungsfähig zu bleiben. Der beschlossene Doppelhaushalt sichere unter den strengen Vorgaben der Haushaltssicherung einen verlässlichen Betrieb, lasse aber kaum Spielräume. Zugleich verweist Jethon auf strukturelle Ursachen außerhalb der kommunalen Ebene: „Explodierende Sozialausgaben und immer neue Aufgaben von Bund und Land bringen die kommunalen Haushalte an ihre Grenzen. Es ist illusorisch zu glauben, dass wir das mit höheren Hebesätzen vor Ort dauerhaft ausgleichen können.“ Um die kommunale Handlungsfähigkeit zu sichern, brauche es eine bessere Finanzausstattung. Unabhängig davon werde die Stadt ihren Konsolidierungskurs konsequent fortsetzen.

Für das Jahr 2027 sind zudem Anpassungen bei den Hebesätzen vorgesehen, unter anderem bei der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer. Die endgültige Entscheidung hierzu erfolgt in einer gesonderten Satzung.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen schafft der Doppelhaushalt Planungssicherheit – die finanziellen Spielräume der Stadt bleiben jedoch stark begrenzt.

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