Werne/Stockum. Am südlichen Rand von Stockum soll das „Wohnen an der Werthwiese“ den Bedarf nach Wohnraum erfüllen. Das sehen nicht alle so: Bei der Fragestunde für Einwohner vor der Stadtratsitzung (Mittwoch, 8. Juli 2026) kritisierte Karin de Vries die Wohnungsbaupolitik in Werne. Nach eigenen Angaben ergriff sie stellvertretend für 30 Haushalte und Familien das Wort.
„Warum soll ohne Bedarf zu den bereits mindestens 740 Wohneinheiten in neun Bauprojekten mit der Werthwiese eine weitere vier Hektar große Freifläche aus der Natur entnommen werden?“ Diese Frage richtete de Vries an Bürgermeister Lars Hübchen.
Vorab hatte sie moniert, dass auch in einem persönlichen Gespräch mit dem Baudezernat der Bedarf nicht hätte belegt werden können. Karin de Vries zog Quellen wie den Regionalplan Ruhr oder den Masterplan des Kreises Unna heran, wonach die Stadt Werne bis zum Jahr 2043 einen Bedarf zwischen 300 und 400 Wohneinheiten hätte. „Geht man von diesen Zahlen aus, bräuchte es die Werthwiese nicht.“ Sie brachte auch Folgekosten des Projekts ins Spiel, die die Bürgerinnen und Bürger zu tragen hätten. Außerdem sei Rücksicht auf die Natur und das ökologische Gleichgewicht geboten und in Zeiten des Klimawandels Flächenentnahmen zu reduzieren.
Die Fragestellerin wies schließlich noch darauf hin, „dass wir keinesfalls gegen Bauprojekte sind. Wir befürworten Projekte wie Beckmann, Post und Höttcke (…)“. Auch in Stockum könne erst einmal vorhandenes Potenzial für Wohnbebauung genutzt werden. Als Beispiel nannte Karin de Vries das alte, nicht mehr genutzte Feuerwehrgerätehaus.
Bürgermeister Lars Hübchen ermutigte Karin de Vries und ihre Mitstreiter/innen, ihre Einwände im fortlaufenden Planungsprozess einzubringen und an Formaten der Bürgerbeteiligung teilzunehmen. Die Bedarfsentwicklung könnte während der Fragestunde nicht ausdiskutiert werden. Er verwies aber auf das „ausverkaufte Baugebiet Am Eikawäldchen“.
Gegen das „Wohnen an der Werthwiese“ hat sich Widerstand formiert. Karin de Vries und Christian Lünig laden Interessierte ein, sich ebenfalls genauer zu informieren. Auf einem Flyer geben beide ihre Kontaktdaten an: 01522 – 9167644 (de Vries) und 0170 – 9676547 (Lünig) – per WhatsApp, SMS oder Anruf.
So hat WERNEplus bisher über das Wohnbauprojekt berichtet:





















