Mittwoch, April 24, 2024

WSC zieht Halbzeit-Bilanz: Vor allem die „Reserve“ überrascht

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Werne. Die erste Mannschaft der Tischtennis-Abteilung des Werner SC traute sich vor Beginn der Serie – nicht zuletzt aufgrund des Neuzugangs Lino de Almeida – „einen Platz unter den ersten 5“ in der neugeschaffenen 1. Bezirksliga 3 (alte Bezirksklasse) zu.

Nach einem mäßigen Start mit zwei Siegen und drei Niederlagen (und damit verbunden ein Platz auf einem Abstiegsrang) schlug der WSC eindrucksvoll mit vier 9:2-Erfolgen in Serie zu und landete zum Abschluss der Hinserie plötzlich auf Platz zwei. Die Erklärung für den miserablen Beginn ist vorwiegend in dem durch Erkrankungen verbundenen Ausfall von Andre Wodetzki und Stephan Müller zu finden: Bei allen drei Niederlagen war Wodetzki erkrankt, bei zweien fehlte Müller. Dennoch stand der WSC jedesmal knapp vor einem Punktgewinn (gegen Preußen Lünen II und Spitzenreiter TuRa Bergkamen je 6:9, gegen den Tabellendritten Preußen III 7:9).

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Die Bilanzen der ersten drei ist überaus herausragend: Luca Bröcker 16:2-Siege, De Almeida – der sportlich und menschlich wunderbar beim WSC einschlug – 15:3 und Wodetzki 5:1, womit die ersten beiden auch zu den beiden Ranglistenstärksten in der 1. Bezirksliga gehören.

Auch die anderen drei Stammspieler erkämpften sich sehr gute positive Bilanzen: Moritz Overhage 8:6, Matthias Holtmann 7:5 (davon 3:4 in der Mitte) sowie Müller mit 4:2. Die Ersatzspieler enttäuschten durchgehend nicht, spielten indes negativ (Renee Bieder 1:4, Jan von Frantzius 2:4, Jakob Kuchler 0:2). In den Doppelspielen gelang eine 15:13-Bilanz, die sicherlich noch ausbaufähig erscheint. Vernünftig erscheint die Entscheidung ab dem 6. Spieltag wieder das Parade-Doppel Bröcker/Holtmann an Position 1 zu setzen (5:2), da De Almeida/Overhage nach gutem Beginn schwächelten (3:7).

Fazit: Mit der Gesundung von Wodetzki und Müller gewann die erste Mannschaft enorm an Stabilität und sicherte sich durch überzeugende 9:2-Siege in Serie Platz zwei, welche den WSC bis auf zwei Punkte an den Tabellenführer heranrücken ließen. Durch Neuzugang Marco Böcker von TuRa Bergkamen wird das untere Paarkreuz in der Rückserie defintiv stark aufgewertet. Sollte Böcker genauso stark einschlagen wie De Almeida, wird der Meistertitel in der 1. Bezirksliga nur über die Werner laufen. Auch Platz 2 und 3 berechtigen noch zu Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bezirksoberliga, wo der WSC mittelfristig hinstrebt. Das möglicherweise entscheidende Spiel um den Titel könnte Anfang März in Bergkamen stattfinden.

WSC-Reserve überrascht mit guten Auftritten

Die Reserve des WSC hatte seit dem Aufstieg 2019 von der 2. Kreisklasse in die 1. Kreisklasse (heute 1. Bezirksklasse 5) stets nur knapp den Klassenerhalt erreicht. So war mehr als verständlich, dass sich die Werner das Ziel setzten „eine ruhige Saison spielen zu wollen“. Dass dies gelingen würde, war nicht abzusehen, die Mannschaft startete auf dem Papier mit der gleichen Besetzung wie in der letzten Saison, wo man 8. unter zehn Teams wurde. Eher war zu befürchten, dass durch die stetigen Ausfälle von Alkan Atak, Pascal Kalle Thöne und Patrick Tamsel (Wechsel zum Dartsport) das Niveau des Teams gesenkt würde. Nach einem knappen 3:7 beim Tabellenzweiten SV Stockum zum Saisonauftakt gelangen indes vier überraschende knappe Erfolge in Serie, die auch aufgrund der neuen Punkteregelung (die Höhe des Sieges ist unbedeutend, es gibt stets 2 Punkte für einen Mannschaftssieg) zu einem überaus sensationellen Platz drei in der 1. Bezirksklasse führten.

Fazit: Die Reserve des Werner SC überraschte in allen Belangen sensationell und verdiente sich verdient Platz 3 in der 1. Bezirksklasse redlich durch unermüdlichen Einsatz seiner älteren Spieler. Insbesondere die Vielspieler Makosch, Sonnen und Kapitän Fränzer bildeten die Basis für fünf Siege in neun Spielen. Dank der Verstärkung zur Rückserie mit Müller und Bieder wird der WSC II definitiv nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Womöglich gelingt indes über die Teilnahme an einer Relegation ein unglaublich erscheinender Aufstieg in die 2. Bezirksliga.

„Oldies“ erleben in der Hinserie ein „Desaster“

Die „Oldie“-Truppe des WSC spielte in der Hinserie ein „Desaster“, wie es Kapitän Ernst Kasch noch wohlwollend formulierte. Indes hat die dritte Mannschaft des WSC nicht den sportlichen Ehrgeiz mit allen Mitteln in der 2. Bezirksklasse 6 zu verbleiben. Nach zwei anfänglichen starken Unentschieden gegen Selm III und den TTC Werne II sowie einer knappen Niederlage beim SV Stockum II gelang die Trendwende nicht, sondern man verlor zum Teil die weiteren Spiele sehr deutlich.

Der Kapitän ging indes mit gutem Beispiel voran (8:6), während Manni Woehl zuwenig Zeit zum Training fand, was sich in seiner Bilanz (1:13) widerspiegelt. Bei den Spielern unten tat sich nur Karsten Dahl (4:2) positiv hervor, Martin Geiger (1:3), Jürgen Löcke (2:6), Christoph Böckenbrink (1:5) und Präsident Jochen Wodetzki (0:4) landeten negativ in ihren Bilanzen. In den Doppeln erzielten Kasch/Woehl eine beachtliche 5:2-Serie, während alle anderen Doppel zusammen nur einen Sieg erzielten.

Fazit: Die „Dritte“ wird sich in der nächsten Serie in der 3. Bezirksklasse zum Vereinsderby mit der „Vierten“ des WSC wiederfinden. Zwar ist der Klassenerhalt in der 2. Bezirksklasse nur drei Punkte entfernt, aber der Ehrgeiz diesen zu erreichen, erscheint nicht ausgeprägt.

Die zweite große Überraschung nach der Reserve stellt die vierte Mannschaft des WSC dar: neu zusammengestellt aus alten und erfahrenen Spielern wie Jens Bülow (11:1), Erwin Oestermann (7:1) und Klemens Wolf (4:2) sowie Hobbyspielern wie Gerd von Frantzius (4:0), Gunter Zotzmann (1:1), Justin Heimann (5:1) und Dr. Andreas Drees (verletzungsbedingt ohne Einsatz) plus Jugendspielern wie Silas Schürmann (3:1) marschierte diese Truppe rasant durch die 4. Bezirksklasse 3. In den Doppeln harmonierten alle Paarungen (8:0) prächtig, sodass der WSC IV ganz oben sich in der Tabelle wiederfindet.

Fazit: Zum Abschied von Spitzenspieler Bülow (10 Jahre WSC) nach dieser Serie will man mit ihm den Titel in der 4. Bezirksklasse holen – was mehr als realistisch erscheint. Zu stark und fokussiert erscheint diese Mischung, zu ambitioniert, um in der nächsten Saison dann womöglich auf die „Dritte“ treffen zu können. Die Meisterschaft ist dem WSC IV nach einem Sieg zum Rückrundenauftakt gegen die GSV Fröndenberg am 13. Januar 2024 aller Voraussicht nicht mehr zu nehmen.

Jugend

Die letztjährige überragende U15-Mannschaft wechselte geschlossen in den U19-Altersbereich, blieb dennoch – auch nach Erweiterung auf zwei Teams aufgrund der herausragenden Jugendarbeit der Coaches Overhage, Bröder, De Almeida und Wodetzki – weitherhin überaus erfolgreich. Dazu gelang es bereits eine neue U15-Mannschaft zu bilden, die sich bei ihren ersten Auftritten auf Bezirksoberliga-Ebene bewährte

Die völlig neuformierte U15 startete mit drei Siegen und einer Niederlage in die Hinserie, bevor mit drei Niederlagen ein kleiner Einbruch erfolgte. So landeten Peter von Frantzius (9:4), Maxim Boldt (6:6), Huy Le (2:8), Henry Pham (7:3) und Emil Schmitz (4:8) auf Platz 4 unter 8 Teams. Die Doppel zeichneten mit 7:6 eine positive Bilanz.

Fazit: Die U15-Jugend wird mit weiterer Erfahrung wohl noch um Platz 3 kämpfen, was einen großen Erfolg bei ihrer 1. Saison in der Bezirksoberliga darstellt.

Die beiden U19-Teams lieferten sich jeweils in ihren Klassen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit TV Büren III (Bezirksoberliga) und VfL Mark Hamm (1. Bezirksliga 1). Bei beiden Teams wird es bis zum Saisonende spannend bleiben, dafür sind diese vier genannten Teams den anderen Mannschaften in ihren jeweiligen Klassen zu überlegen.

Die U19-WSC II landete auf Platz 2, weil es zum Schluss in Hamm zu einem 5:5 reichte. Mit Mika Hoppe (14:0) stellt die Mannschaft den besten Spieler der Liga. Dazu gewannen auch Silas Schürmann (10:3), Alexander Klein (3:1), Timo Kamphues (11:3), Tim Weischer (6:0) die meisten ihrer Spiele, Tim Kroes (0:2) wird sich noch steigern. Die Doppelbilanz lautet 5:2.

Bei der U19-WSC I langte es durch ein bärenstarkes 6:4 in Büren zum Platz an der Sonne und damit der „Mannschaft der Hinserie“ beim WSC. Jan von Frantzius (12:2), Jakob Kuchler (6:6), Lars Kamphues (12:2), Lino Sonnen (10:4) und einmal Ersatzspieler Hoppe (2:0) dominierten ihre Gegenüber nahezu nach Belieben, was vor allem auch in der herausragenden 13:1-Bilanz in den Doppeln zum Ausdruck kommt (lediglich Kuchler/Sonnen gaben im Hinserienfinale in Büren gegen das Spitzendoppel sehr knapp ab).

Fazit: Die WSC-Jugend ist gesegnet mit einer hohen Trainingsqualität im wöchentlichen Training, gewährleistet durch das starke Trainer-Team. Beide Teams dürften bis zum Ende der Serie um den Kampf in die höhere Liga mitspielen, beiden ist der Aufstieg zuzutrauen mit dem nötigen Quäntchen Glück, zumal beide Teams altersmäßig noch wenigstens drei Jahre in diesen Formationen weiterspielen dürfen. Das einzige Problem beim WSC in der Jugendarbeit besteht lediglich in der begrenzten Kapazität der Turnhalle der Uhlandschule.

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