Extreme Hitze prägt Ironman Frankfurt für Siemann und Kräher

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Werne/Frankfurt. Der Ironman Frankfurt 2026 wird den Athletinnen und Athleten lange in Erinnerung bleiben. Erstmals in der Geschichte der traditionsreichen Europameisterschaft sah sich der Veranstalter aufgrund der extremen Hitze gezwungen, die Wettkampfstrecken deutlich zu verkürzen.

Mit Thorsten Kräher und Martin Siemann waren auch zwei Athleten der TV Werne Wasserfreunde am vergangenen Sonntag in Frankfurt am Start – beide mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

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Statt der klassischen Langdistanz mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und dem abschließenden Marathon standen für die rund 3.000 Starter 3,8 Kilometer Schwimmen, 125 Kilometer Radfahren und ein Halbmarathon auf dem Programm. Die Entscheidung fiel bereits zwei Tage vor dem Rennen, nachdem Temperaturen von bis zu 40 Grad vorhergesagt worden waren. Zusätzliche Verpflegungsstellen, Eis, Duschen und eine verstärkte medizinische Betreuung sollten die Sicherheit der Teilnehmenden gewährleisten.

Für Martin Siemann war Frankfurt nach einem emotional schwierigen Monat alles andere als ein gewöhnlicher Wettkampf. Eigentlich sollte der Ironman Hamburg den Saisonhöhepunkt bilden. Dort musste er das Rennen jedoch nach mehreren Reifendefekten infolge mutmaßlicher Sabotage auf der Strecke vorzeitig beenden. Für Frankfurt gelang es ihm, dieses Erlebnis auszublenden und den Wettkampf als neue Chance zu betrachten.

Bereits die Vorbereitung wurde durch die außergewöhnliche Hitze erschwert. Die hohen Temperaturen belasteten die Athleten schon in den Tagen vor dem Start erheblich. Im 29,1 Grad warmen Langener Waldsee war das Tragen eines Neoprenanzugs verboten. Das Schwimmen verlief für Siemann deshalb nicht wie erhofft. Mit seiner Zeit von 1:05 Stunden blieb er hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Auf dem Rad lief es dagegen deutlich besser. Siemann fühlte sich von Beginn an stark und arbeitete sich kontinuierlich nach vorne. Bereits nach der ersten der beiden Radrunden hatte er die Athletengruppe erreicht, in der er mitfahren wollte. Mit einer starken Radzeit von 3:08 Stunden brachte er sich in seiner Altersklasse in eine hervorragende Ausgangsposition.

Beim abschließenden Halbmarathon nahm sich Siemann bewusst zurück und achtete darauf, das Tempo nicht zu hoch anzusetzen. Während die Temperaturen zur Mittagszeit immer weiter anstiegen, zahlte sich diese kluge Renneinteilung aus. Mit einer Laufzeit von 2:52 Stunden (4:44 Minuten pro Kilometer) erreichte er nach 5:54:28 Stunden das Ziel auf dem Frankfurter Römerberg. Damit belegte er Rang neun von 284 Startern seiner Altersklasse sowie Platz 95 unter 2.475 Gesamtstartern.

Martin Siemann nach dem Finish des Ironman in Frankfurt.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Siemann mit seinem Rennen. Zusätzliche Motivation erhielt er durch Freunde sowie einen Teil seiner Familie, die ihn entlang der Strecke lautstark unterstützten.

Mit seiner Platzierung qualifizierte sich Siemann zudem für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Den begehrten Kona-Slot nahm er jedoch bewusst nicht an. Aktuell möchte er seiner Familie wieder mehr Zeit widmen. Gleichzeitig schließt er nicht aus, in den kommenden Jahren erneut die Qualifikation anzugreifen und sich dann den Traum vom Start auf Hawaii zu erfüllen.

Der zweite Werner Starter Thorsten Kräher musste dagegen bereits vor dem eigentlichen Wettkampf die ersten Hürden überwinden. Einen Tag vor dem Start bereitete das Tretlager seines Fahrrads Probleme und musste kurzfristig auf der Messe der Ironman-Veranstaltung ausgetauscht werden.

Der Wettkampftag begann für ihn bereits um 3.30 Uhr mit dem Weg zum Shuttlebus an den Langener Waldsee. Um 6.50 Uhr fiel schließlich der Startschuss. Nach 1.600 Metern führte der sogenannte Australian Exit die Athleten kurz an Land, bevor die zweite Schwimmrunde begann. Kräher benötigte für die 3,8 Kilometer 1:26 Stunden und blieb damit deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Zusätzlich erschwerte der tiefe Sand beim Schwimmausstieg den Wechsel, der dem Werner Athleten weitere Kraft raubte.

Auch auf dem Rad lief nicht alles nach Plan. Probleme mit dem Wattmesser erschwerten die Renneinteilung. Während der zweiten Radrunde ließen die Kräfte zunehmend nach. Die enorme Hitze machte allen Teilnehmern zu schaffen – zeitweise wurden auf dem Asphalt Temperaturen von über 60 Grad gemessen. Kräher entschied sich deshalb, seine ursprünglichen Zeitziele aufzugeben und sich ganz auf das Erreichen der Ziellinie zu konzentrieren.

Beim abschließenden Halbmarathon verschärften sich die Probleme weiter. Bereits ab der zweiten Wechselzone war eine Nahrungsaufnahme kaum noch möglich. Dennoch kämpfte sich Kräher Kilometer für Kilometer voran und absolvierte den Halbmarathon mit einem Schnitt von rund neun Minuten pro Kilometer in 3:23 Stunden.

Nach 9:27 Stunden erreichte auch er erschöpft, aber glücklich den Römerberg. Sein Fazit brachte den Tag treffend auf den Punkt: „Mein Wille hat den Kampf gegen den Körper gewonnen und mich trotzdem ins Ziel gebracht.“

Unter den außergewöhnlichen Bedingungen war für beide Wasserfreunde vor allem eines entscheidend: gesund das Ziel zu erreichen. Während Siemann mit einer Top-Platzierung und dem Kona-Slot seine starke Form unter Beweis stellte, bewies Kräher eindrucksvoll, dass Durchhaltevermögen manchmal wichtiger ist als jede Bestzeit.

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