Werne. Defensiv überragend, Traumtore und der Sprung auf Platz zwei: Mit einer starken Leistung setzte sich Eintracht Werne gegen die mit Spielern aus der ersten Mannschaft verstärkte Hammer SpVg II durch. Nur der Platzverweis für den Doppeltorschützen Enes Akyüz trübte die Stimmung im Dahl.
Kreisliga A1 (UN/HAM): Eintracht Werne – Hammer SpVg II 3:0 (2:0)
Eigentlich begann die Partie für Kapitän und Mittelfeld-Regisseur Enes Akyüz perfekt. In der ersten Halbzeit verwandelte er früh einen Strafstoß (11.) und erhöhte mit einem Freistoß aus rund 20 Metern zum 2:0-Halbzeitstand (36.).
Die Eintracht ließ gut den Ball laufen, hielt die Gäste geschickt vom eigenen Tor fern. Dennoch schaute Trainer Aykut Kocabas noch recht unzufrieden aus, als der Halbzeitpfiff ertönte. „Davon können wir uns nichts kaufen“, meinte er und ahnte vielleicht, dass es nach dem Seitenwechsel noch aufregend wurde.

Hamm kam offensiv aus der Kabine. Ein Schuss aus kurzer Distanz blockte die Eintracht-Defensive in letzter Sekunde. In der 57. Minute kam es dann nach einem Allerweltsfoul an der Außenlinie zu einer „Rudelbildung“. Enes Akyüz wurde offensichtlich am Spielfeldrand derbe auf türkisch beleidigt, rannte Richtung HSV-Bank. Dort sah der Schiedsrichter einen versuchten Kopfstoß und entschied auf Platzverweis für den Kapitän der Evenkämper. Dieser empörte sich beim Gang aus dem Innenraum über die an ihn gerichtete Beleidigung und erklärte, er habe nur „gezuckt“.

Nach einer Weile beruhigten sich die Gemüter wieder. In Überzahl dominierten die Gäste nun die Partie und trafen kurz nach der Roten Karte das Aluminium. Weitere Großchancen sprangen in den letzten 30 Minuten für die HSV-Reserve nicht mehr heraus – zu stark verteidigten die Evenkämper ihren Strafraum.
Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Kevin „Keko“ Kocalaan zum 3:0-Endstand (86.) mit einem sehenswerten Treffer. Basir Kayikci hatte sich über außen durchgesetzt und in die Mitte gepasst, wo Kocalaan den Ball irgendwie mit der linken Innenseite über die Linie spitzelte.

„Wir haben verdient gewonnen. Dass der Gegner mit fünf Spielern aus dem Landesliga-Team angetreten ist, hat man nicht gemerkt, weil wir von Anfang bis Ende diszipliniert verteidigt haben“, resümierte Eintracht-Trainer Aykut Kocabas nach dem Abpfiff.
Durch die Niederlage von Spitzenreiter Hammer Sport-Club beim VfL Mark (0:1) könnte Eintracht Werne mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Westfalia Rhynern II (Freitag, 19 Uhr, Sportzentrum Dahl) die Tabellenführung übernehmen. Dann fehlt aber nicht nur Rotsünder und Kapitän Enes Akyüz auf dem Platz, sondern auch Coach Kocabas, der beruflich verhindert ist.




















