Neue Schrift des Heimatvereins bietet Blick auf Werne um 1800

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Werne. Der Drensteinfurter Pfarrer Joseph Niesert hat vor rund 200 Jahren die Stadt Werne beschrieben – also noch vor der preußischen Zeit, Industralisierung und Moderne. Josef Börste hat die Quelle nun wissenschaftlich bearbeitet, der Heimatverein sie anschließend in seine Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Werne aufgenommen.

„Die Beschreibungen gab es zuvor nur ohne Anmerkungen, waren daher für Laien unverständlich“, betont Ratsherr Börste, der früher als Archivar der Stadt Unna tätig war und für die Edition der bedeutenden Textquelle verantwortlich zeichnet.

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Joseph Niesert wurde 1766 in Münster geboren und 1790 zum Priester geweiht. Werne kannte der katholische Pfarrer wohl aus seiner Zeit, als er in Drensteinfurt beschäftigt war, vermutet Josef Börste. Niesert habe die Notizen und Skizzen über Werne gefertigt und die ihm damals zugänglichen Quellen ausgewertet.

Monatelange Recherchearbeit für diese Edition liegen hinter Börste. Er sagt: „Es ist eine wichtige Quelle der Stadtgeschichte, sie ist zwar lückenhaft, bietet aber eine Gesamtschau.“ Bereits Anfang der 1970er Jahre hat die Stadt Werne eine Transkription dieser Beschreibung durch den damaligen Archivpfleger Konrad Mörstedt publiziert, die jedoch seit längerer Zeit vergriffen ist. Sie erschien unter dem Titel „Werne um 1800. Auszug aus der Niesert’schen Handschrift“ und basierte auf dem im Stadtarchiv Werne vorhandenen Exemplar.

Der schlechte Zustand der Quelle habe ihn schließlich zur Edition bewogen. Dafür benutzte Börste das Originalmanuskript von Niesert, das sich im Besitz von Heinrich August Erhard, damaliger Leiter des Staatsarchivs Münster, befand. „So war es möglich, die vorhandenen Textlücken zu füllen“, erklärt der Ratsherr.

Besonders beeindruckend für Josef Börste: der wohl erste bekannte Stadtplan von Werne, der sich in der Schrift auf Seite 14 befindet und neben der Kirche unter anderem auch die jüdische Synagoge kennzeichnet. „Das ist schon bemerkenswert, freut sich Börste.

Auch den Verlauf der Horne hatte der katholische Geistliche damals gezeichnet. Er beschrieb eine kleine Wassermühle in dem Bach oder Straßen der Innenstadt.

„Mit dieser Arbeit hat Josef Börste der Stadt und ihren Heimatforschenden einen großen Dienst erwiesen, vor allem aber eine Freude bereitet, dafür gebührt ihm besonderer Dank“, schrieb die ehemalige Karl-Pollender-Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer in ihrem Vorwort.

Für 3 Euro ist die lesenswerte Schrift im Museum, beim Verkehrsverein, in der Tourist-Informationen sowie bei Bücher Beckmann erhältlich.

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