Familien stark machen gegen Depressionen

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Hamm (lwl / SMH). Im Schnitt jede vierte Frau und jeder achte Mann erkrankt im Laufe des Lebens an einer Depression – in ganz Deutschland, und auch in Hamm. Insbesondere in der Coronazeit ist die Nachfrage nach Behandlungsmöglichkeiten enorm gestiegen – das bestätigen die knapp 30 Hammer Fachleute aus den Bereichen Sozialarbeit, Kirche, Verwaltung und Medizin, die sich in der Versorgung depressiv erkrankter Menschen engagieren.

Sie sind der Einladung von Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann und Prof. Dr. Marcel Sieberer zu einem Gedankenaustausch gefolgt, die in der Gründung eines lokalen „Hammer Bündnisses gegen Depression“ münden soll.

Der Ärztliche Direktor der LWL-Universitätsklinik Hamm, die zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gehört, und der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des St. Marien-Hospitals setzen als Ziel des Regionalen Bündnisses, die Zusammenarbeit derer zu stärken, die von ganz unterschiedlichen Seiten Hilfen für Menschen mit Depression anbieten können.

Therapeutische Angebote in der Region

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„Gemeinsam mit der Erwachsenenpsychiatrie am St. Marien-Hospital und weiteren lokalen Akt-euren möchten wir in den kommenden Wochen ein Regionales Bündnis gegen Depression in Hamm ins Leben rufen“, erklärt Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann. Ähnliche Bündnisse gibt es heute in mehr als 85 Regionen und Städten in Deutschland. Ziel ist es, betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sowie deren Angehörigen den Zugang zu therapeutischen Angeboten in der Region zu erleichtern.

Depressionen wirken sich meist auf die ganze Familie aus

Das Deutsche Bündnis gegen Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe engagiert sich seit Jahren erfolgreich dabei, in der Bevölkerung über Depressionen aufzuklären, die Versorgung depressiv erkrankter Menschen zu verbessern und Suiziden vorzubeugen.

„Mit einem Hammer Bündnis möchten wir Teil dieser erfolgreichen Arbeit werden. Unsere Ziele sind dabei eine bessere Unterstützung und Versorgung von Menschen, die von Depressionen betroffen sind. Durch Aufklärungskampagnen und Schulungen, regionale Aktionen, lebendige Arbeitskreise, Kooperationen und Unterstützung der Selbsthilfe möchten wir uns zum Thema Depression an Betroffene, Angehörige, Experten und Interessierte wenden“, erklärt Prof. Dr. Marcel Sieberer.

Dabei soll als besonderes Merkmal eines Hammer Bündnisses gegen Depression der Blick auf betroffene Familiensysteme ein ganzheitlicher, generationenübergreifender Ansatz betont werden. „Depressionen wirken sich meist auf die ganze Familie aus und zwar unabhängig davon, welches Familienmitglied unmittelbar betroffen ist. Unter dem Motto ‚Familien stark gegen Depression‘ wollen wir dabei direkt oder indirekt betroffene Menschen jedes Lebensalters erreichen“, so Holtmann weiter.

Fachleute nur Impulsgeber für Betroffene und Angehörige

Die Verantwortlichen sehen sich dabei als Impulsgeber: Nicht nur Fachleute, sondern auch Betroffene und deren Angehörige sollen die Arbeit aktiv mitgestalten. „So ein Bündnis ist überfällig für eine Stadt wie Hamm. Oberbürgermeister Marc Herter hat schon zugesagt, die Schirmherrschaft für das Bündnis zu übernehmen“, so Prof. Sieberer. Die Netzwerkarbeit ist bereits durch den ergiebigen Gedankenaustausch gestärkt worden. Die tatsächliche Gründung des Bündnisses als gemeinnütziger Verein in Hamm ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

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