Mittwoch, April 24, 2024

Ausschuss diskutiert über Freiflächen-Photovoltaik

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Werne. Das Interesse von Investoren und Landwirten für die Schaffung von Freiflächen-Photovoltaik auf Werner Stadtgebiet ist aktuell groß. Günstige Einspeisevergütungen in das allgemeine Stromnetz und eine sich ständig verbessernde Leistung der Solarzellen machen die Freiflächen-PV-Anlagen auch vor Ort interessant, ordnete die Verwaltung jetzt in der Sitzungsvorlage Ausschusses für Stadtentwicklung Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW) ein.

Nachdem Dezernent Ralf Bülte bereits in der März-Sitzung des Gremiums von zahlreichen Anträgen berichtet hatte, ging es am Dienstag, 26. April, erneut um die komplexe Thematik. Weil diese auch die Agenda des Ausschusses für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz berührt, hatte man dessen Vorsitzenden Maximilian Falkenberg (Bündnis 90/ Die Grünen) und weitere Mitglieder eingeladen.

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Zur Erinnerung: Die Anträge beziehen sich an verschiedenen Standorten auf eine Gesamtfläche von 55,3 Hektar. Angestrebt sei eine Leistung von 32,2 Megawatt. Bei Freiflächen-PV handelt es sich um großflächig errichtete, aufgeständerte Anlagen. Bei Landwirten schüren die Pläne aber auch die Sorge, dass durch Agri-PV-Anlagen eine Konkurrenz zu den ohnehin knappen und teuren Agrarflächen entstehen könne. In der Diskussion im Ausschuss wurde die Agri-PV-Anlagen (landwirtschaftliche Nutzung unterhalb der Anlagen) kontrovers diskutiert.

Klimaschutz: Schlüsselrolle Photovoltaik

An der Schlüsselrolle der Photovoltaik beim Klimaschutz, wie in der Sitzungsvorlage festgestellt, zweifelte mit Blick auf das Klimaschutzkonzept in dem Gremium niemand: „Die Stadt Werne strebt eine gesamtstädtische Ausbauquote von 25 Prozent des Potenzials an Dachflächen-Photovoltaik bis zum Jahr 2030 an (…). Lage- und situationsbedingt wird auch der Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik begrüßt. Die Stadt Werne sieht einen Zubau von bis zu drei Freiflächen-Anlagen bis zum Jahr 2030 als umsetzbar an und möchte auch hier unterstützend wirken.“

Dahinein spielt die aktuelle Lage, die der Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg in einem Schreiben vom 10. März 2022 an die Kommunen aufgreift: „Die Notwendigkeit der Umstellung der Energieversorgung von Öl, Kohle und Gas auf die Erneuerbaren Energien hat durch den Ukraine-Krieg schlagartig einen zusätzlichen Antrieb und eine neue Dynamik erhalten.“

Freiflächen-PV in der Landesplanung und kommunaler Planung

Die Rahmenbedingungen der Solarenergienutzung ist nach der aktuellen Fassung des Landesentwicklungsplanes (LEP) vom August 2019 geregelt. Grundsätzlich sei die Errichtung solcher Anlagen sehr begrenzt, erklärte Ralf Bülte. Möglich seien sie an Bundesfernstraßen und Schienenwegen oder etwa über Brachflächen. In Werne kämen, so Bülte, cirka 14,5 Hektar in Frage. Dort könnten 15,9 Megawatt Strom erzeugt werden, das entspreche der Leistung von fünf großen Windkraftanlagen. 4.000 Haushalte könnten damit versorgt und rund 14.600 Tonnen CO2 eingespart werden.

Hinzu komme, das die PV-Anlagen nicht – wie die Windkraft – in den Außenbereichen privilegiert seien. Um Baurecht zu schaffen, müsse folglich ein Bebauungsplan aufgestellt werden, erklärte der Dezernent im Ausschuss. Über die Festlegungen darin entscheide die Stadt.

Potenzial und Beitrag zum Klimaschutz

Vorteile von Freiflächen-PV-Anlagen sind laut Vorlage: Hoher Stromertrag pro Fläche, geringe Stromgestehungskosten, geringe Flächenversiegelung, keine Beeinflussung des Wasserhaushalts, nach Rückbau uneingeschränkte Weiternutzung und Mehrfachnutzung möglich.

Gleichwohl stellten Freiflächen-PV-Anlagen auch einen Eingriff in Natur und Landschaft dar, zum Beispiel durch den großen Flächenverbrauch, die visuelle Wirkung der Anlage oder das Zerschneiden von Naturräumen. Andererseits könnten auf zuvor intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen weitgehend ungestörte Lebensräume für Tier und Pflanzen entstehen.

Das Thema wird Verwaltung und Politik weiterhin beschäftigen. Grundsätzlich gebe es eine große Zustimmung zur Nutzung von Photovoltaik, ob nun mit Agri-PV-Anlagen oder nicht, fasste die Ausschussvorsitzende Uta Leisentritt (CDU) schließlich zusammen. Man wolle offene Fragen klären und sich weiter informieren. Dazu wolle man einen Experten einladen und beispielsweise durch konkrete Nachfragen bei den potenziellen Investoren klären, ob diese überhaupt Agri-PV-Anlagen anstrebten.

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