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Hamm/Stockum. Ungewöhnlicher können zwei nicht einmal zwei Kilometer voneinander entfernte Szenarien kaum sein. Während das Gersteinkraftwerk im Werner Stadtteil Stockum und die dazugehörigen Zufahrten am Samstag, 30. Mai, komplett von der Polizei abgesperrt und damit menschenleer waren, demonstrierten in Sichtweite zum Kraftwerk Tausende gegen den Ausbau von Gaskraftwerken.

Seit dem 24. Mai hat in Herringen das Hammer Klimacamp im Lippepark stattgefunden. Die größte Demo unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ ist am Samstagmittag auf Hammer Boden ausgetragen worden.

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Wie von der Polizei angekündigt, ist es dabei zu einer Reihe an Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Wer am Samstag beispielsweise von Rünthe aus nach Stockum fahren wollte, musste dies mit einem Umweg über Werne erledigen.

Spätestens am Kreisel am Hotel Stockumer Hof war dann für alle Verkehrsteilnehmenden Schluss, vorausgesetzt, der Weg sollte in Richtung Gersteinkraftwerk führen. Der Großteil der „Umgeleiteten“ reagierte mit Verständnis auf die Maßnahme.

Nach Schätzungen der Polizei nahmen am Samstag 2.700 Personen an der Veranstaltung teil. Foto: Volkmer

Der von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact initiierte Protestzug sollte die Teilnehmenden eigentlich bis vor das Werkstor des Gersteinwerks führen, dies war aber aus Sicherheitsgründen von der Polizei verboten worden. Ein Eilantrag des Bündnisses gegen das Verbot scheiterte vor Gericht.

Nach Schätzungen der Polizei nahmen am Samstag 2.700 Personen an der Veranstaltung teil. Laut Greenpeace haben 5.000 Menschen in Hamm demonstriert. Von der Kreuzung Hammer Straße / Am Lausbach führte die Route über die Wittekindstraße bis zur Rollsport-Trainingsstrecke Radbod, wo die Abschlusskundgebung ausgetragen wurde.

Greenpeace teilte mit, dass dort das Ziel gelungen sei, einen neuen Weltrekord aufzustellen, indem 2.000 Personen mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad geformt haben.

Das Großaufgebot der Polizei hatte alle Wege zum Gersteinwerk in Stockum im Auge. Foto: Volkmer

Laut Polizei sei der Demonstrations-Samstag überwiegend positiv und weitestgehend störungsfrei verlaufen, auch bei der Groß-Demo kam es zu keinen größeren Vorkommnissen.

Am frühen Samstagmorgen wurden zwei Beamte verletzt, als 300 vermummte Personen mit eingerollten Bannern das Campgelände verlassen wollten. Die Beamten werteten dies als unangemeldete Versammlung in Form eines Aufzugs. Daher wurden die Protestierenden gestoppt und zu diesem Zweck eine Polizeikette gebildet. Beim Versuch diese zu durchbrechen, kam es zu den Verletzungen.

Viele Bilder vom Samstag gibt es in unserer Fotostrecke.

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