Werne. Die Anmeldephase für die weiterführenden Schulen in Werne ist abgeschlossen – mit einer guten und einer sehr schlechten Nachricht für viele heimische Familien.
Denn: Während am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) durch eine Kraftanstrengung alle angemeldeten Kinder einen Platz erhalten, können 26 Kinder aus Werne (insgesamt 46) an der Marga-Spiegel-Schule (MSS) aufgrund rechtlicher Vorgaben bei der Schulplatzvergabe nicht aufgenommen werden, teilt die Stadt Werne in einer Presseinformation mit.
Enorm hohe Anmeldezahlen an Wernes Schulen
Vom 6. bis 12. Februar fand das vorgezogene Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen in Werne statt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Rein rechnerisch hält die Stadt Werne ausreichend Plätze für Werner Schüler/innen vor. Die Nachfrage übersteigt das Angebot jedoch in diesem Jahr deutlich.
Aktuell besuchen 280 Kinder die 4. Klasse einer Werner Grundschule. 323 Kinder haben sich im Rahmen des vorgezogenen Anmeldeverfahrens allein an den städtischen weiterführenden Schulen (ohne St. Christophorus Gymnasium) angemeldet. Bei der aktuell geltenden Zügigkeit stünden an der Marga-Spiegel-Sekundarschule insgesamt 135 Plätze (181 Anmeldungen) in fünf Eingangsklassen und am Anne-Frank-Gymnasium maximal 120 Plätze (142 Anmeldungen) in vier Eingangsklassen zur Verfügung.
Zusätzlich dazu verfügt das St. Christophorus-Gymnasium über maximal 93 Plätze. Damit stehen 348 Schulplätze in Werne zur Verfügung.

Unterschiedliche Bewertung notwendig, um zusätzliche Plätze zu schaffen
Aufgrund der hohen Anmeldezahlen haben Bürgermeister Lars Hübchen, die Leitungen der städtischen Schulen sowie die Schulverwaltung sofort nach Lösungen gesucht, wie zusätzliche Schulplätze geschaffen werden können, um möglichst viele Schüler/innen in Werne aufnehmen zu können. Dabei ist deutlich geworden, dass die Bewertung unterschiedlich erfolgen muss.
Die MSS zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Schüler/innen mit vielfältigen Lernvoraussetzungen gemeinsam lernen. Jedes Jahr werden Kinder mit festgestelltem Förderbedarf zugewiesen, die bedarfsgerecht gefördert werden müssen. Für die Einrichtung einer Mehrklasse müssten Orte, die für die Förderung dringend benötigt werden und langjährig entwickelt wurden, dem Raumbedarf für eine zusätzliche Klasse weichen. An der Marga-Spiegel-Sekundarschule wurde daher keine Möglichkeit gesehen, eine zusätzliche Mehrklasse einzurichten. Schuldezernent Frank Gründken erklärt: „Eine Aufstockung bei der Sekundarschule würde eine zu große Belastung für die bewährten Lernkonzepte darstellen und dazu führen, dass die hohe pädagogische Qualität nicht mehr gewährleistet werden könnte.“ Deshalb habe man sich hier in enger Abstimmung mit der Schulleitung dazu entschieden, bei der bisherigen Zügigkeit zu bleiben.
„Eine Aufstockung bei der Sekundarschule würde eine zu große Belastung für die bewährten Lernkonzepte darstellen und dazu führen, dass die hohe pädagogische Qualität nicht mehr gewährleistet werden könnte.“
Wernes Schuldezernent Frank Gründken
Einmalig zusätzliche Klasse am Anne-Frank-Gymnasium
Am Anne-Frank-Gymnasium haben Schulleitung und Verwaltung gemeinsam die Chance gesehen, eine zusätzliche Klasse stemmen zu können. Daher ist ein Antrag auf Mehrklassenbildung bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt worden, der am 19.02.2026 positiv entschieden worden ist. So können alle Schüler/innen, die sich am AFG angemeldet haben, auch einen Platz bekommen. Schuldezernent Frank Gründken betont: „Unser Ziel war es, allen Werner Kindern den Schulbesuch in Werne zu ermöglichen. An der MSS ist uns das schweren Herzens leider nicht gelungen. Mit der zusätzlichen Klasse am AFG schaffen wir unter großer Kraftanstrengung an einem Standort einmalig die nötigen Kapazitäten für das Schuljahr 2026/27.“
Eine mögliche Sechszügigkeit an der MSS hätte, so Gründken, die Schule vor „heftigste Probleme“ gestellt und „massive Auswirkungen“ gehabt, die letztlich „nicht zumutbar“ gewesen wären.
Rechtliche Hürden verhindern Bevorzugung von Werner Kindern
Das Schulgesetz bereitet der Verwaltung beim Auswahlverfahren große Sorgen, da es unter den gegebenen Umständen derzeit keine Bevorzugung von Schüler:innen der eigenen Kommune ermöglicht.
Da in den umliegenden Kommunen, mit Ausnahme von Selm und Ascheberg, keine Sekundarschule zur Verfügung steht, müssen alle angemeldeten Kinder bei der Auswahlentscheidung gleich behandelt werden. Letztlich muss die Schulleitung die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler/innen berücksichtigen und die Plätze im Losverfahren vergeben. Auf die Auswahlentscheidung hat die Stadt als Schulträger keinen Einfluss. Daher konnte die Marga-Spiegel-Sekundarschule auch einige Kinder aus Werne nicht aufnehmen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Stadt bietet Unterstützung an
„Grundsätzlich freuen wir uns über den Zuspruch für unsere Schulen“, so Gründken weiter. „Es zeigt, dass Werne als Bildungsstandort überzeugt.“ Gleichzeitig habe man Verständnis für den Ärger und die Unzufriedenheit der Familien, die aufgrund der rechtlichen Vorgaben nun keine Berücksichtigung finden konnten: „Wir bedauern, dass nicht alle Schüler/innen an ihrer Wunschschule aufgenommen werden können. Wir stehen den betroffenen Familien bei Fragen und der Suche nach Alternativen unterstützend zur Seite. Gleichzeitig suchen wir das Gespräch mit der Bezirksregierung, um auf eine Änderung der Regelungen zu drängen.“
Anm. der Red.: In der ersten Veröffentlichung hatten wir von 46 Absagen für Kinder aus Werne an der MSS geschrieben. Es sind aber insgesamt 46 Absagen erfolgt, 26 davon betrafen Familien aus Werne. Wir bitten den Fehler, den wir korrigiert haben, zu entschuldigen!






















