Zukünftige Flächen für Gewerbe: Politik streicht „Nordlippestraße“

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Werne. Eine mögliche verbaute Chance, der Wunsch nach einem wohl unrealistischen „Deal“ mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) – die Revision der Regionalen Kooperationsstandort sorgte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am vergangenen Dienstag (15.09.2026) für reichlich Diskussionen.

Rund 40 Interessierte aus Horst hatten sich im Stadthaus-Foyer eingefunden, denn die Verwaltung will als neuen Standort bekanntlich eine Fläche an der A1 südlich des Autohofes prüfen lassen.

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Ihnen versicherte Lars Hübchen, der an der Sitzung teilnahm, Dialogbereitschaft schon Anfang Oktober bei einem gemeinsamen Termin. Die Pläne hätten „erhebliche Sorgen bei unmittelbar Anwohnenden und nachvollziehbare Fragen zu Wohn- und Lebensverhältnissen ausgelöst“, zitierte der Bürgermeister aus einem Schreiben der Bürgerinnen und Bürger.

Um es vorweg zu nehmen: Die Politik folgte mit großer Mehrheit – einzig Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke stimmten dagegen, dem Vorschlag der Verwaltung, die Fläche an der Autobahn auf Tauglichkeit für einen zukünftigen Regionalen Kooperationsstandort prüfen zu lassen. „Es ist nur eine Prüfung, kein konkreter Plan, die Fläche könnte auch rausfallen“, nahm Wirtschaftsförderer Matthias Stiller mögliche Sorgen.

Matthias Stiller, neuer Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Werne. Foto: Wagner
Matthias Stiller, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Werne. Archivfoto: Wagner

Heiß debattiert wurde der Standort „Nordlippestraße“, der 2021 durch einen Bürgerentscheid gestoppt worden war. Bürgermeister Lars Hübchen hatte bereits auf der Mitgliederversammlung von „Wir für Werne“ angekündigt, diese Fläche nicht länger als Großgewerbefläche vorantreiben zu wollen, auch wenn die formale Bindungswirkung des Bürgerentscheids inzwischen ausgelaufen ist.

Die CDU-Fraktion sah den Beschlussvorschlag kritisch und lehnte die Streichung der Nordlippestraße später geschlossen ab. Philipp Gärtner fasste zusammen: „Wenn wir sie jetzt rausnehmen, ist die Fläche für immer weg. Wir wissen nicht, was vielleicht in zehn oder 15 Jahren ist.“ Mit dem Gersteinwerk, das nun doch als Regionaler Kooperationsstandort bestehen bleibt, der Nordlippestraße und der Fläche an der A1 hätte Werne drei Gebiete auf dem Zettel. „Das ist illusorisch“, bemerkte Stadtplaner Ralf Bülte zu den Erfolgsaussichten.

Artur Reichert (FDP) äußerte die Sorge, am Ende ohne Kooperationsstandort dazustehen, falls die neu ins Blick geratene Fläche am Autohof wegen fehlenden Siedlungsanschlusses durchfalle. Der Liberale schlug ein Tauschgeschäft vor. „Der RVR macht keine Deals“, entgegnete Bülte.

Sven Linnemann (SPD) folgte mit seiner Fraktion dem Verwaltungsvorschlag. „Wir halten den Bürgerentscheid weiter für bindend. Durch die Herausnahme der Nordlippestraße erhöhen wir den Druck für den Standort an der A1“, sagte er.

Maximilian Falkenberg (Die Grünen) sah auch die neue Fläche am Autohof kritisch: „Diese hatte schon vor Jahren keine breite Mehrheit, wir sollten sie nicht anfassen.“ David Storksberger (Die Linke) mahnte bei der Nordlippestraße an, „nicht mit dem Kopf durch die Wand“ zu wollen. Das sei keine Strategie und lege den Verdacht von „Bockigkeit“ nahe.

Schließlich brachte Dennis Reinhold (CDU) eine „Priorisierung“ der Standorte ins Gespräch. Das funktioniere nicht, wischte Wirtschaftsförderer Stiller den Plan schnell vom Tisch. Oliver Storks (UWW) fasste zusammen: „Das ist eine schwierige Aufgabe, vor die Sie uns hier stellen.“

Dass das Gersteinwerk weiterhin als möglicher Regionaler Kooperationsstandort auf der Liste bleibt, dafür gab es ein einstimmiges Votum, für die Fläche an der Autobahn 1 ein mehrheitliches „Ja“, während die Nordlippestraße von der Liste gestrichen wurde. Acht Politiker/innen stimmten für die Beibehaltung, zehn dagegen.

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